Altern vorzeitig

Impulse für die zweite Lebenshälfte („Anti Aging“) 

Wir sollten uns klar werden über Inhalt und Ziele unseres Lebens. Dazu gehören die Fragen, ob und wie jeder seelische und körperliche Probleme bewältigt, wie es mit dem Körper steht. Habe ich meinen Körper im Griff oder hat er mich im Griff?  Ernähre ich mich richtig, wie bewege ich mich, kann ich mich irgendwo engagieren, möchte ich noch lernen, mich bilden, auch durch Reisen, und - wie geht es meiner Seele? Wie ist meine Beziehung zu Gott

Vielleicht sollte man sich auch einfach mal  zuschauen bei allem, was man tut. Dabei kann man sich auch im Gespräch mit anderen bewusst werden über das, was man eigentlich will, was wichtig wäre – und was man tatsächlich tut oder lässt. Stress und Probleme lenken ab, sie bringen einen Menschen leicht aus dem Gleichgewicht. Umso wichtiger ist es, einmal darauf zu achten, was man in seinem Leben sieht oder Ã¼bersieht, und wie man trotz aller Störungen seine Mitte, seine Balance und zu Gott finden kann. 

Schon Sebastian Kneipp beschäftigte sich mit Fragen dieser Art. Er nannte das „Lebensordnung“.  Neuere, wissenschaftlich gestützte Programme wie das Bochumer oder Hildesheimer Gesundheitstraining bestätigen, wie wichtig dieses Thema ist. 

Durch Information, Beobachtung, Analyse und entsprechende Verhaltensänderung kann man beachtliche Erfolge erzielen, denn Gesundheit beginnt im Kopf. 

Mit dem Heilfasten gibt es die – einzig gesicherte – Möglichkeit, Alterungsprozesse aufzuhalten.

Für alle Säugetiere, wie auch für den Menschen gilt, dass sich ihr Leben verlängert, wenn sie täglich 30% weniger Kalorien aufnehmen. Auch weniger drastische Maßnahmen sind sinnvoll, z.B. zwei „Anti Aging Tage“ pro Woche, an denen man nach dem Mittagessen (spätestens ab 16 Uhr) bis zum Frühstück am nächsten Morgen auf Nahrung verzichtet. Im asiatischen Raum sind solche „Anti Aging Tage“ an Feiertagen schon lange üblich. An diesen Tagen sinkt der Blutzucker nachts. Die Reperatur der Erbsubstanz (DNA) und der programmierte Zelltod (Apoptose) prämaligner Zellen wird so eingeleitet.  

Bisher gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten, solche Chromosomenschäden schnell und einfach zu erkennen. In einem Urintest auf DNA-Oxidation lässt sich eine bereits leicht erhöhte Mutationsrate bestimmen und damit auf beginnende Chromosomenschäden schließen (Kosten ca. € 40.-)

Dieser Entwicklung kann man entgegenwirken, indem man Heilfasten- oder „Anti Aging Tage“ einlegt, indem man sich gesund ernährt, Schadstoffe meidet und auf die Zufuhr von ausreichend Antioxidantien achtet (genaueres siehe unter Arteriosklerose).                       

Altern durch Verzuckerung der Zellmembranen:
Wenn sich das Bindegewebe oder die Arterien verhärten, wenn die Linse im Auge trüb wird, wenn die Nieren oder auch die Nerven nicht mehr so gut arbeiten, kann dies auf eine Verzuckerung der Zellmembranen zurückzuführen sein.
Eiweiße, die an der Oberfläche unserer Körperzellen ständigen Attacken durch Zuckermoleküle (Glukose) ausgesetzt sind, vernetzen und verkleben allmählich. Bei einem erhöhten Zuckergehalt im Blut verlieren die Gefäße besonders schnell ihre Elastizität und werden starr.
Zuckerkranke sind hier besonders gefährdet.
Anhand einer Blutprobe kann heute gemessen werden, wie weit die Verzuckerung fortgeschritten ist (Kosten ca. € 25. -) Dabei wird in erster Linie der Zuckergehalt des Hämoglobins im Blut bestimmt. Wird ein zu hoher Grad der Verzuckerung festgestellt, kann man den Glukosespiegel durch Ernährungsumstellung,
Sport oder eventuell auch durch Medikamente günstig beeinflussen. Häufig besteht auch ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen (Magnesium, Zink, Antioxidantien). Indem man die fehlenden Stoffe zuführt (z.B. mit Orthodiabet), wirkt man dem Mangel entgegen und fördert die Zuckerverwertung.
Heilfasten kann hier sehr positiv wirken und tatsächlich die Verzuckerung und deren Folgen (Verschlackung des Bindegewebes, Arteriosklerose) abbauen. 

Altern durch Arteriosklerose:
Es ist heute wissenschaftlich gesichert, dass neben Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Zuckerkrankheit und erhöhten Blutfettwerten (LDL-Cholesterin, Triglyceride) noch weitere Vorgänge und Stoffe im Körper zu Arteriosklerose führen können.
Durch konsequente Reduktion von Fett in der Nahrung können erhöhte Cholesterinspiegel um mindestens 10-20 Prozent gesenkt werden. Eine weitere Senkung bis zu 40 Prozent wurde möglich mit neuen synthetischen Substanzen, den Cholesterinsytheseenzymhemmern, sog. Statinen. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts war die Zahl der Infarktkranken angestiegen – mit den neuen Medikamenten nahm sie nicht mehr zu, aber auch nicht im erhofften Maße ab. Das war ein guter Erfolg, aber noch nicht der Sieg über den Herzinfarkt. Die Zahl von Herzkatheteruntersuchungen und Dilatationen der Herzkranzarterien steigt weiter. Daher untersucht man nun verstärkt andere Faktoren, wie z.B. die Oxidationsvorgänge im Organismus, die mit dem Lebensalter immer mehr zunehmen.
Man weiß, dass die Ablagerungen in den Arterienwänden oxidiertes Cholesterin enthalten. Oxidiertes Cholesterin wiederum entsteht durch Einwirkung von Sauerstoff-Radikalen, es ist gewissermaßen „ranziges“ Cholesterin. Demnach scheint wichtiger zu sein, die Oxidation zu hemmen als  überhöhte Cholesterinspiegel zu senken. Vitamin E schützt Cholesterin vor Oxidation. Um einen Erwachsenen nahezu vollständig vor Oxidation zu schützen, benötigt er ca. 800 IE Vitamin E pro Tag. Bei Menschen ohne erhöhtes Risiko ist ein Schutz schon bei einer täglichen Gabe von 200 IE Vitamin E ausreichend, wenn genügend Vitamin C für dessen Regeneration zur Verfügung steht. Vitamin C kann das oxidierte Vitamin E wieder reduzieren. Vitamin E und Vitamin C sind nur zwei von zahlreichen weiteren „Antioxidantien“.
Heute lassen sich im Labor oxidiertes LDL-Cholesterin  (Lipidperoxidation), die antioxidative Kapazität, Homocystein, Fibrinogen und genetische Risikofaktoren für Herzinfarkt und Bluthochdruck aus der Blutprobe bestimmen (Kosten ca. € 160.-).
Die Ablagerungen, die sich bei Arteriosklerose in den Gefäßwänden entwickeln, bilden sich unter extrem fettarmer Ernährung zurück. Gleiches vermutet man beim Heilfasten. Hier wird der Stoffwechsel katabol, d.h. es wird Substanz im Körper abgebaut, und es ist davon auszugehen, dass dabei auch „Eiweiß-Schlacken“ abgebaut werden. Krankhafte Eiweiß-Ablagerungen (AGEs, Advanced Glycation Endproducts), kennt man z.B. bei Diabetikern. Außerdem sinken Blutdruck und Blutfettwerte. Häufig können nach einer Fastentherapie Blutdruck- und Fett- senkende Medikamente reduziert oder weggelassen werden. Aufgrund wissenschaftlicher Studien senkt eine Gewichtsabnahme von 5 kg den Blutdruck stärker als Chlorthalidon (blutdrucksenkendes Medikament).

Heilfasten:
Heute ist Fasten normalerweise nicht gleichbedeutend mit einer „Null-Diät“. Meist wird Teilfasten mit trockenem Brot, Milchprodukten, Honig und Gemüsebrühe durchgeführt. Man nimmt zwischen 300 und 500 kcal/Tag zu sich. Dadurch wird im Körper weniger Eiweiß abgebaut, gleichzeitig werden Vitamine und Mineralien zugeführt. Beim Fasten liefert das Muskeleiweiß höchstens 10 Prozent der Energie. Bei einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 1.800 kcal/Tag holt sich der Körper ab dem 2.Fastentag den größten Teil der Energie aus dem Fettgewebe.
Fastet man vernünftig und richtig, wird die Muskulatur – auch die des Herzens -  leistungsfähiger. Und dies noch mehr, wenn man sich zusätzlich entsprechend Bewegung verschafft. Viele Fastende fühlen sich in der Regel zunehmend leistungsfähiger und  können sich leichter bewegen. Sportliche Spitzenleistungen sind jedoch nicht zu empfehlen.
Um das Gewicht nach dem Fasten zu halten, sollte man seinen Lebensstil ändern, besonders in Bezug auf
Ernährung und Bewegung. Ebenso wichtig ist natürlich auch, dass man psychisch im Gleichgewicht ist und bleibt, ohne sich einen Ausgleich durch Essen oder Alkohol zu schaffen.

Bewegungstherapie, allgemeines Fitness-Training
Empfehlenswert ist Ausdauersport 20-60 Minuten 3x/Woche.
Ergometertests, Lungenfunktionstests, Sauerstoffmessungen und Lacktatmessungen sagen etwas aus über die körperliche Leistungsfähigkeit

Altern durch Hormonmangel und nachlassende Abwehrkräfte

Literatur: Jüptner H.: Anti Aging Kneippblätter 2(2001)62-65;  Rautenstrauch J.: Zwei Anti- Aging Tage pro Woche. MMW 7(2001)4-5; Duddeck K, Bühring M.: Die naturheilkundliche Behandlung des Klimakterischen Syndroms. Gesundes Leben 1(1999)23-26; Flörkemeier V.: Anti- Ageing. Phönix Ärztemagazin 2(2001)12-14; Heufelder A.E.: Rezepte gegen das Altern. Der Hausarzt 6(2002)44-48;  Bönner G.: Hypertoniker mit Adipositas u/o Diabetes; Cardiovasc 3(2002) 15-19;

Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V. Wilhelm-Beck-Str. 27, 88662 Überlingen, Tel. 07551-807-825 Fax 07551-807-827; Mail: info@aerztegesellschaft-heilfasten.de, Internet: http://www.aerztegesellschaft-heilfasten.de/; Internationale Gesellschaft der Mayr- Ärzte, Golfhotel, Dellach am Wörthersee; Internet: http://www.fxmayr.com  

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