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Anthocyane stellen die größte Gruppe an wasserlöslichen Farbpigmenten mit den Farben rot- blau- schwarz im Pflanzenreich dar (griechisch: anthos = Blüte, zyanos = blau).
Die in der Natur am häufigsten vorkommenden Anthocyanidine sind: Cyanidin, Delphinidin, Malvidin, Pelargonidin, Peonidin und Petunidin. Rot, violett und blau gefärbte Beeren, Früchte und daraus hergestellte Säfte bzw. Rotweine sowie bestimmte Gemüsearten sind reich an Anthocyaninen. Rote und schwarze Hülsenfrüchte enthalten bis zu 20 mg Anthocyanine pro Gramm Schale.
Anthocyanine finden sich bevorzugt in den Randschichten der Pflanzen. Anthocyanine sind für die Färbung von Lebensmitteln zugelassene Farbstoffe (E 163).
Die gesundheitsföderlichen Eigenschaften der Flavonoide, einschließlich der Anthocyane, werden hauptsächlich ihren antioxidativen Eigenschaften zugeschrieben.
Anthocyane sind effektive Fänger von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffmolekülen, die oxidative Schädigungen von DNA, Eiweiß und Fetten verursachen können.
Außerdem können Anthocyane die Blutgerinnung verlangsamen und die Thrombozytenaggregation verringern, Sehvorgänge beeinflussen sowie eine gefässchützende und entzündungshemmende Wirkung zeigen. Hohe Anthocyaninkonzentrationen (125 mg/L) inhibierten die Aktivität der Cyclooxygenasen zu ca. 50%. Es wurden auch Cholesterin senkende Wirkungen beschrieben.Sie haben im Vergleich zu Vitamin C oder E eine wesentlich höheren antioxidativen Kapazität. Sie neutralisieren Singulett- Sauerstoff, Hydroxyl- und Peroxylradikale sowie Stickstoffoxide. Sie schützen auch LDL Cholesterin vor einer induzierten Oxidation (Sofortlabor: Orthoredox Test).
Anthocyaningehalt verschiedener Lebensmittel (mg/100g Frischgewicht) Brombeeren 115 Himbeeren 10–60 Heidelbeeren 83–420 Schwarze Johannisbeeren 130–400 Süßkirschen 2–450 Weintrauben 30–750 Blutorangen 200 Rote Zwiebeln 0–25 Rotkohl 25 Auberginen 750 Rhabarber 0–200 Rotwein 24–35 Portwein, rot 14–110
Die durchschnittliche tägliche Aufnahme mit der Nahrung liegt bei ca. 5mg. Mit einem Glas Rotwein (100 ml) werden jedoch bereits 24–35 mg aufgenommen, so dass täglicher Rotweinkonsum die Anthocyanaufnahme stark erhöht. Saisonal kann hoher Obstverzehr (insbesondere Beeren, roten Trauben und Steinobst) die Aufnahmeme erhöhen. Ca. 10 % der Bevöl kerung in Deutschland nehmen allerdings überhaupt keine Anthocyanine auf.
Unerwünschte Wirkungen sind nicht bekannt. Anthocyanine sind als Lebensmittelzusatzstoff (E 163) zugelassen. Eine Mengenbeschränkung als Zusatzstoff besteht für Anthocyane nicht.
Quelle: Watzl B., Briviba K., Rechkemmer G.: Anthozyane, Basiswissen, Ernährungs-Umschau 49 (2002) Heft 4
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