Artheriosklerose

Risikofaktoren sind:
      
Koronare Herzerkrankung (KHK), Schlaganfall in der Familie
       Alter: Männer > 45 Jhr.; Frauen > 55 Jhr.
        Ãœbergewicht (BMI> 25)
        Rauchen
        Zuckerkrankheit
        Bluthochdruck: Ruheblutdruck > 140/90, Langzeitblutdruck (24 h) > 130/85 mmHg
        Erhöhte Blutfettwerte:  Gesamt- Cholesterin > 240 mg/dl,
       LDL Cholesterin< 160 mg/dl < 2 Risikofaktoren; 
       LDL Cholesterin< 130 mg/dl > 2 Risikofaktoren, 
       LDL Cholesterin< 100 mg/dl  bei KHK
        HDL Cholesterin> 35mg/dl,
       Triglyceride < 170 mg/dl,

Krankheiten wie Altersdiabetes, Übergewicht, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Galleabflussstörung (Steine), Lebererkrankungen, Schilddrüsenunterfunktion, sowie Dauer- Cortisontherapie und Alkoholmissbrauch gehen mit einer Erhöhung der Blutfettwerte einher. Auch Bluthochdruck und Rauchen beeinflussen die Blutfette.

Neuere Parameter zur Risikoabschätzung der Artheriosklerose (keine Kassenleistung):
        
Oxidiertes LDL, Lipidperoxidation, Antioxidative Kapazität
        Homocystein (Vitamin B6, -B12 abhängig)
        Fibrinogen (wird durch W-3 Fettsäuren gesenkt)
        Lipoprotein (a) (Vitamin C abhängig) (zusammen ca. € 75.-)
        Genetische Risikofaktoren (Apo A1, Apo B, Apo E, Mutationen) (ca. € 110.-)

Fette sind neben Eiweiß und Zucker für das Leben notwendig.  Sie haben doppelt soviel Energie (9 Kcal/g) wie Eiweiß oder Zucker.  Während Fastenperioden kann sich der menschliche und tierische Organismus von den Fettdepots ernähren - in denen jedoch auch nicht ausgeschiedene Stoffwechsel- und Umweltgifte eingelagert sind. In den Depots finden sich vor allem Neutralfette (Triglyceride). Cholesterin hat viele Funktionen im Körper und wird in der Leber hergestellt oder über die Nahrung aufgenommen. Gesättigte, ungesättigte Öle wie W-3,W-6,W-9 Fettsäurenhaben unterschiedliche Wirkungen im Stoffwechsel.
Ungesättigte Fettsäuren sind auch Bestandteile des Cholesterins. Freie Radikale können Ungesättigten Fettsäuren, besonders das LDL- Cholesterins, oxidieren.
Freie Radikale sind aggressive Moleküle, wie sie im Energiestoffwechsel aber auch bei Abwehr von Krankheitserregern im Organismus gebraucht werden. 

Zu niedrige Fettwerte im Blut finden sich bei Unterernährung und bei Leberversagen.
Zu hohe Fettwerte sind nur zu 20% angeboren, zu 80% durch Überernährung und Stress jeglicher Art verursacht.
Cholesterin hat im Körper lebenswichtige Aufgaben. Es ist eine Vorstufe von Gallensäuren und Hormonen, ein Baustein der Zellwände und Nervengewebe.
Im Blut ist Cholesterin teils an große (High-Density- Lipoproteine = HDL), teils an kleine (Low-Density Lipoproteine = LDL) Transporteiweiße gebunden. Das gute „High Density Lipoprotein“ (HDL) enthält wenig Fett und viel Eiweiß, Es schützt vor Arterienerkrankungen, indem es überschüssiges Cholesterin aufnimmt und in die Leber transportiert, wo es zu Gallensäuren verarbeitet wird.
Bei Stress wird vermehrt LDL- Cholesterin gebildet, welches sich leicht in der Gefäßwand ablagert und ein Risiko für die Entstehung der Arteriosklerose darstellt. Das schlechte „Low density Lipoprotein“ (LDL) besteht aus wenig Eiweiß und viel Fett.

Der Schlüsselprozessfür die Entstehung der Arteriosklerose ist, dass freie Radikale die Fettsäuren des LDL- Cholesterins angreifen und sie oxidieren (Lipidoxidation).  Das oxidierte LDL Cholesterin lagert sich wesentlich leichter an der Gefäßinnenwand an als das unveränderte Cholesterin. Gleichzeitig werden durch das veränderte LDL-Cholesterin Botenstoffe ins Blut gesandt, die immer neue Blutzellen anlocken. So lagern sich auch verstärkt Zellen aus dem Blut in die Gefäßwand ein und bilden einen Belag.  Das Gefäß verengt sich jetzt mehr und mehr. Der Blutdurchfluss wird immer stärker behindert. 

Wie kann das Artheriosklerose - Risiko gesenkt werden?
Stress abbauen, Übergewicht reduzieren, nicht rauchen, Blutdruck und Blutfettspiegel senken, wenn er zu hoch ist. Es ist dann weniger LDL-Cholesterin da, das durch freie Radikale angegriffen werden kann. Die freien Radikale übernehmen dann wieder ihre eigentliche Funktion. Um den Blutfettspiegel zu senken, sollte man möglichst fettarm essen und sich ausreichend bewegen. Reicht das nicht aus, helfen blutfettsenkende Medikamente. Außerdem können Sie versuchen, die Oxidationsprozesse zu verlangsamen oder zu verringern. An dieser Stelle kommen die Radikalfänger  (vor allem Vitamin C,E, Selen), ins Spiel. Sie verhindern, dass es zu einer Lipidoxidation kommt.

Fettarme Kost:
F
ette sollten 30% der insgesamt aufgenommenen Nahrungskalorien (= 15% = 1/8 des Essens!) nicht überschreiten. Die aufgenommene Fettmenge besteht aus:
a) dem Streichfett für den Brotbelag
b) dem Koch- und Bratfett
c) dem Öl für Salate und Rohkost
d) den sog. verborgenen Fetten in der Nahrung  (auch bei Verwendung ganz magerer Nahrungsmittel müssen 15-20 g Fett berechnet werden.)

Körperliche Bewegung:
Durch körperliche Bewegung-(dynamische - nicht isometrische) werden Blutfett und Gesamtcholesterin gesenkt, HDL- Cholesterin wird erhöht.  Kälte und Gewichtsabnahme erhöhen HDL- Cholesterin ebenfalls, deshalb ist Bewegung in kühler frischer Luft (bei Verträglichkeit) vorzuziehen.
Trainingsprogramme (zu Hause und in der Gruppe) täglich 10-15 min. 50-70% der maximalen Kreislaufleistungsfähigkeit; Koronartrainingsgruppe 2x45 min./Woche.
geeignet sind: Gehtraining, Dauerlauf (Joggen) nur, wenn Gehen problemlos,
Fahradergometertraining, Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf 

Medikamentöse Behandlung:
Magnesium, Knoblauch, Fischöle, Fibrate, Statine, Sitosterin, Nikotinsäure, Vitamine.
Die Wirkung von: Q10, L- Carnitin, gutem Trinkwasser, Bierhefe, Gelee royal ist umstritten

Empfehlenswerte Nahrungsmittel: Zwiebeln, getrocknete Bohnen, Haferkleie, Knoblauch, Artischocken, Äpfel, Grapefruit.
Für die dreifach ungesättigte a-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) wird eine tägliche Aufnahme von etwa 1 g oder wenigstens 0,5 % der gesamten Energiezufuhr empfohlen. Vor allem Leinöl (55 %), Walnußöl (14%), Rapsöl (11%) und Sojaöl (8%) sind reich an a-Linolensäure. Die a-Linolensäure und ihre Folgeprodukte, z.B. die fünffach ungesättigte Eicosapentaensäure mit 20 C-Atomen sind wichtig für das Gehirn, die Netzhaut des Auges und die Keimdrüsen. W-9 Fettsäuren (Olivenöl) senkt das KHK Risiko. W-6 Fettsäuren (Distel-, Mais-, Sonnenblumenöl) fördern über die Bildung der Arachidonsäure Entzündungsvorgänge in der Gefäßwand und sollten eingeschränkt werden.

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