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Die Balancetherapie will im Gegensatz zur „absichtlich“ erdachten Gymnastik auf natürliche Weise das ursprüngliche Bewegungsgleichgewicht und den persönlichen Bewegungsrhytmus, welcher durch Erkrankungen, Verletzungen oder andere Umstände verlorengegangen ist, wiederherstellen. In der idealen Bewegung stimmen alle im Menschen einsetzbaren Kräfte von Körper und Geist harmonisch zusammen. Krafterzeugung und -übertragung führen bei geringstmöglichem Kraftaufwand zu bestmöglichem Erfolg. Dies ist das Grundgesetz der Bewegung.
Die Balancetherapie versucht, den Menschen in seiner Ganzheit zu erfassen. Es wird grundsätzlich mit dem ganzen Körper gearbeitet. Jede Bewegungsäußerung, auch wenn sie das Strecken des Fingers betrifft, wird nur dann lebendig, wenn der ganze Organismus mitmacht. Es ist undenkbar, daß ein Jongleur, der auf der Stirn einen Gegenstand balanciert, diesen nur mit Bewegungen der Kopf- und Halsmuskulatur steuert. Der Mensch muß bei solchen Aktionen in seiner Geschlossenheit präsent sein, muß mit dem ganzen Körper agieren, um eine solche Leistung zu vollbringen.
Schon die Hebamme lernt in ihrer Ausbildung, daß der Säugling „mit der großen Zehe mitsaugt“. Das trifft sinngemäß auch für den Erwachsenen zu, die psycho-physische Bewegungseinheit ist auch bei ihm nur gewahrt, wenn sich der „rote Faden“, d. h. der Bewegungsimpuls, durch den ganzen Körper zieht und ihn zusammenschließt. Nur dann läuft eine Bewegung durch den ganzen Körper.
Wenn ein Glied für sich allein geübt wird, entsteht eine mechanische Bewegung. Solche Teilbewegungen können, wenn sie zusammengesetzt werden, nur ein mechanisches Ganzes ergeben. In den Übungen muß aber eine Einheit gefunden werden, die zur labilen Balance führt. Jede Teilbewegung zerstört diese Einheit, die Geschlossenheit des lebendigen Ganzen. Das »Ganze« fällt auseinander. Das gerade scheint ein wesentliches Merkmal des bewegungsgestörten, kranken Menschen zu sein. Wir sehen, wie ungeschickt und unsicher er sich bewegt.
Durch bewegungstherapeutische Maßnahmen kann es mit Hilfe geeigneter Übungen, die zum Beispiel die Kontaktfähigkeit verbessern und erweitern, vielleicht auch nur die „Mitte“, d. h. Rücken- und Bauchmuskeln, besser mit einbeziehen, gelingen, den gestörten Bewegungsrhytmus wiederherzustellen und auch psychische Störungen zu beseitigen.
Das Anliegen der NOWO- BALANCETHERAPIE ist es, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.
Bewährte Krankheitsindikationen: Neuritis und Neuropathien Koxarthrose Distale Radiusfraktur Skoliose Hallux valgus, Krallenzehen und Hammerzehen Chronische Wirbelsäulenversteifung: Morbus Bechterew·Apoplexie Reizerguß im Kniegelenk Schultergelenksstörungen Trapeziusverspannungen Hochgradige Verspannung aus psychischen Ursachen Kreuzschmerzen
Quelle: May G.: Balance und Bewegung; Urban und Schwarzenberg Verlag 1979
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