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Entzündliche Gelenkerkrankungen (Arthritis):
Es werden Gelenkentzündungen durch Viren, Bakterien (z. B.:Rheumatisches Fieber) oder Stoffwechselstörungen (z. B.Gicht) und Gelenkentzündungen durch Immunstörungen (z.B.:Rheumatoiden Arthritis) unterschieden.
Während bei Gelenkentzündungen durch Stoffwechselstörungen óder Infektionen mehr die großen Gelenke wie Hüfte, Knie und Knöchel betroffen sind, sind bei der Rheumatoiden Arthritis mehr die kleinen Gelenke (Finger und Zehen) erkrankt. Beim chronisch entzündlichen Gelenkrheuma, der Rheumatoiden Arthritis sind Erbfaktoren offenbar die Ursache der Autoimmunerkrankung. Autoimmun bedeutet hier, daß Immunzellen körpereigenes Gewebe zerstören. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Typische Beschwerden sind eine über 30 Minuten anhaltende Morgensteifigkeit, Kraftlosigkeit und schmerzhaft geschwollene Finger- und Handgelenke (Nicht betroffen sind jedoch die Endgelenke der Finger 2-4). Es kann auch jedes große Gelenk und die Wirbelsäule betroffen sein. Rheumaknoten finden sich bei 20%. Wenn die Krankheit fortschreitet können Knorpel, Weichteile und Knochen zerstört werden; es kommt zur Schwellung, Fehlstellung, Lockerung und Verformung der Gelenke sowie zum Auftreten einer Osteoporose. Prognose: Erstes Auftreten in jungen Jahren, eine hohe Entzündungsaktivität (Blutsenkung, CRP, Rheumafaktor) oder mehr als 20 befallene Gelenke sind ungünstig. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig um das Fortschreiten der Gelenkveränderungen und Komplikationen (Nierenbeteiligung u.a.) aufzuhalten.
Schulmedizinische Therapiemaßnahmen sind: Entzündungshemmende Medikamente (NSAR), Cortison; Basistherapie mit Metotrexat, Gold und anderen Immunsuppressiva; Bestrahlung (Radiosynoviorthese, bei der ein radioaktives Präparat ins Gelenk gesprtzt wird) und operative Entfernung der entzündeten Gelenkanteile (Synoviektomie). Die Erfolgsrate der schulmedizinischen Therapie liegt bei 50-80%.
Naturheilkundliche Therapien dienen der Verbesserung der allgemeinen und der lokalen Regulation (z. B. vegetative Regulation, Regulation von Gelenkspiel oder Muskeltonus, Durchblutung). Die Entzündungsbereitschaft wird verringert, da es zur verminderten Zufuhr und zum gesteigerten Abtransport von entzündungsfördernden Substanzen kommt. Gleichzeitig können entzündungshemmende Substanzen an den Ort des Geschehens gelangen, und es treten Übungs- und Trainingseffekte ein.
1.Therapien, die der Beweglichkeitssteigerung und Schmerzlinderung dienen: Ausleitende Verfahren (Schröpfen, Blutegel, Baunscheidt), Neuraltherapie, Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (Akupunktur; Akupressur und Moxa können auch vom Patienten durchgeführt werden). Physiotherapie: Krankengymnastik, Bewegungsbad, Sport (Schwimmen, Walking, Wandern, Tischtennis, Radfahren), Hausübungsprogramm, Wärme: Moorbäder, Fango, Heusack (nicht akut), Teilbäder, Sauna, Elektrotherapie.
2.Beeinflussung der Bildung entzündungsfördernder und entzündungshemmender Stoffe, schmerzlindernde Maßnahmen: Heilpflanzen (Phytotherapie): Teufelskralle, Weidenrinde (schmerzstillend), Brennessel, Weihrauch (entzündungshemmend), Goldrute+Esche+Zitterpappel (Kombinationswirkung); Beinwell, Bambus (Knorpelregenreation). Die Zytokine Interleukin-1b und der Tumor-Nekrose-Faktor stehen im Mittelpunkt der aktuellen Rheumaforschung. Sie vermitteln die Produktion Knorpel abbauender Enzyme und sind damit hauptverantwortlich für die Gelenkzerstörung. Ein aus der Brennessel isolierter Wirkstoff (13Hydroxyoctadecatriensäure) hemmt beide Stoffe und hat keine Nebenwirkungen. Ernährungstherapie (arachidonsäurearme Kost, Entsäuerung, Trinkkur), gezielte Vitamin- und Mineralstoffzufuhr (Antioxidantien)
3.Immunmodulation als Versuch, die Entstehungsursache der Krankheit zu behandeln: ·Homöopathie, Neuraltherapie, Homiosyniatrie, Vitamin C hoch dosiert
4.Bewältigungsstrategien des psychosomatischen Anteils der Krankheit: ·Entspannungsverfahren (Muskelrelaxation, Autogenes Training).
Bei einem stark entzündeten Gelenk, setzen wir Blutegel, um die Entzündungsstoffe zu beseitigen. Der Blutegel gibt bei jedem Ansaugen des Blutes ein Tröpfchen Speichel ab. Dieser Speichel dringt im Laufe der Behandlung tief in das Gewebe ein. Dadurch werden auch alte Blutergüsse gelöst und Ablagerungen um und im Gelenk abtransportiert. In der Naturheilkunde gibt es keine bessere Behandlungsmethode für entzündete Gewebe als die Blutegelbehandlung.
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