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Blutegeltherapie Der Blutegel (Hirudo officinalis) wird schon seit Jahrtausenden zur Therapie verwendet. Heute wird das Tier meist in Zuchtanstalten kultiviert. Blutegel werden selbstverständlich nur einmal verwendet.
Indikationen: Venenentzündung, Thrombose, Gelenkentzündungen (Arthritis), Lymphstau, Furunkel.
Wirkungsweise: Der Blutverlust durch Saugen (10ml) und die Nachblutung (ca. 20-40 ml) entspricht einem lokalen Aderlass. Es kommt zu einer Entzündungshemmung und Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes vor allem in den kleinen Adern. Dieser Effekt wird durch die vom Blutegel abgegebenen Stoffe: Hirudin (hemmt die Blutgerinnung), Eglin, Bdellin (entzündungshemmend), Hermentin und Orgelase (Mehrdurchblutung, Schmerzlinderung) verursacht.
Nebenwirkungen: Das vom Egel ebenfalls abgegebene Histamin kann zu einer Allergie führen, die sofort oder bis zu 4 Tagen nach der Behandlung auftritt (besonders wenn vorher heparinhaltige Salben verwendet wurden). Therapie: Quarkumschläge und lokal Antihistaminika (z.B.: Fenistil Gel). Bakterielle Entzündungen sind extrem selten.
Kontraindikationen: Blutungs- Diathese, Hauterkrankungen (an der Bissstelle), Durchblutungsstörungen (AVK), diabetische Mikroangiopathie.
Quelle: Milz F.: Ausleitende Verfahren in: May W.: Umstimmungstherapie, Hippokrates Verlag Stuttgart 1993
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