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Unterscheide: Typ I: Insulinabhängiger Diabetes mellitus, Typ II: Nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ Ila: Nicht übergewichtig; Typ Ilb: übergewichtig). Diabetes tritt auch auf bei Pankreaserkrankungen, Hormonstörungen, Drogen oder chemisch induzierten Erkrankungen, Insulinrezeptoranomalien, verschiedene genetische Syndrome und in der Schwangerschaft (Gestationsdiabetes).
Typ I = Insulinmangeldiabetes: Die Ursache des Typ I Diabetes ist nicht bekannt. Es kommt zu einer Destruktion des Inselzellsystems (autoimmunologisch entzündlich; viral?). Typ I Diabetes ist charakterisiert durch absoluten Insulinmangel.
Typ II – Diabetes: ist charakterisiert durch relativen Insulinmangel, Stimulierbarkeit durch betazytotrope Medikamente (Sulfonylharnstoffe). Erbfaktoren spielen beim Typ II Diabetes eine Rolle. Bei Typ- II Diabetesfinden wir eine familiäre Häufung. Übergewicht, humorale Faktoren, z. B. Überschuß an Glukokortikoiden (Cortison) Wachstumshormon, Katecholaminen. Bei Typ Ilb Diabetes ist eine Besserung der Stoffwechseleinstellung durch Gewichtsreduktion möglich.
Diagnose Diabetes mellitus: Hyperglykämie nüchtern (Blutzucker > 120 mg/dI) und nach dem Essen (postprandial) im Tagesprofil, HbA1C > 6,0, Glukosurie.
Verminderte Glukosetoleranz: (Latenter Diabetes mellitus): Der Glukosetoleranztest kann pathologisch ausfallen bei Reduktionsdiät, Bettlägerigkeit, interkurrenten Erkrankungen, in der Schwangerschaft, während der Behandlung mit Thiaziden und Glukokortikoiden, ohne daß ein Diabetes mellitus vorliegt.
Diätetik: Es ist heute allgemein bekannt, daß die exakte Stoffwechseleinstellung des Diabetikers bei der Anwendung konventioneller Therapiemethoden nur durch eine individuell abgestimmte Ernährung möglich ist. Da 80% aller Typ II Diabetiker übergewichtig sind, und Fettsucht die Entstehung eines Diabetes begünstigt, läßt sich durch Reduktionsdiäten (Heil-, Saftfasten, Kartoffel-, Rohkost etc.) die diabetische Stoffwechselsituation oftmals entscheidend verbessern. Bereits durch eine Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm kann eine deutliche Besserung der Glukosetoleranz erzielt werden. Die Diabetesdiät stellt eine"bilanzierte Normalkost" dar, d.h. sie unterscheidet sich in ihrer qualitativen Zusammensetzung bis auf geringe Ausnahmen nicht von der Nahrung des Stoffwechselgesunden Zur Deckung des täglichen Kalorienbedarfs verabreicht man die Energieträger Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in einer bestimmten Relation, u.zw. gibt man 50-60% der Kalorien als Kohlenhydrate, ca. 20%- 30% als Eiweiß und ca. 10%- 20% als Fett. Bei der Zusammenstellung der Kost ist auf eine kaloriengerechte Diät zu achten. Übergewichtige erhalten eine unterkalorische Reduktionsdiät, Diabetiker mit Untergewicht eine überkalorische Kost und Normalgewichtige eine kalorienknappe Erhaltungsdiät (Nährstoffverteilung). Bei Zugrundelegung des Idealgewichts beträgt der Kalorienbedarf pro kg Körpergewicht 20-25 kcal bei Bettruhe, 32 kcal bei leichter körperlicher Tätigkeit, 40-50 kcal bei schwerer körperlicher Arbeit.
Die Kohlenhydrate werden nach den sog. Broteinheiten (BE) berechnet. Eine BE entspricht 12 g Kohlenhydraten bzw. einer dünnen Scheibe Graubrot von 25 g. Nahrungsmittel, die schnell resorbierbare Kohlenhydrate enthalten (Kuchen, Süßspeisen, Marmelade etc.), sind zu meiden, schwer resorbierbare Kohlenhydrate im Hinblick auf die eingeschränkten Insulinreserven zu bevorzugen. Neuerdings wird besonders auf die Bedeutung einer faser- bzw. ballaststoffreichen Ernährung hingewiesen Fett in der Nahrung sollte begrenzt werden, einserseits wegen der atherogenen Wirkung, zum anderen wegen des hohen Kaloriengehalts, der zur Adipositas mit allen Komplikationen führt. Zu beachten ist, daß die Hälfte des Nahrungsfettes als verstecktes Fett reich an gesättigten Fettsäuren ist. Streich- und Kochfett sollen deshalb nur jeweils 1/4 der insgesamt erlaubten Fettmenge ausmachen. Fette mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren sind zu bevorzugen. Proteine (Eiweiß) sind die Lieferanten essentielles Aminosäuren und daher unentbehrliche Nahrungsbestandteile. Bei Stoffwechseigesunden beträgt der Proteinbedarf etwa 0,8-1,2 g pro kg Körpergewicht pro Tag, und auch ein gut kompensierter, komplikationsfreier Diabetiker hat keinen höheren Proteinbedarf. Eine höhere Zufuhr (bis 2 g pro kg Körpergewicht und mehr) ist erforderlich beim dekompensierten oder schlecht eingestellten Diabetiker, ferner in der Wachstumsperiode, bei schwerer körperlicher Arbeit, bei Infekten oder Eiweißverlusten (Nephropathie, Malabsorptionssyndrom) Alkohol ist für den Diabetiker im Prinzip nicht schädlicher als für den Stoffwechselgesunden, jedoch enthält Alkohol pro Gramm 7 Kalorien und wirkt appetitanregend. Außerdem enthalten viele alkoholische Getränke (Bier, Sekt, Liköre, süße Weine etc.) reichlich Kohlenhydrate. Zusätzlich ist der Diabetiker durch die Alkoholhypoglykämie gefährdet, da Alkohol die Glukoneogenese hemmt. Man sollte von kohlenhydratreichen Alkoholika abraten, kann aber den mäßigen Genuß von trockenen Weinen, Whisky oder klaren Schnäpsen gestatten Als Zuckerersatz kommen Zuckeraustauschstoffe (Fruktose, Sorbit, Xylit) sowie die Süßstoffe (Saccharin, Cyclamat) in Frage. Der Abbau der Zuckeraustauschstoffe erfolgt weitgehend insulinunabhängig. Im Gegensatz zu den kalorienfreien Süßstoffen sind sie aber beim Kohlenhydratanteil der Nahrung zu berechnen. Fruktose ist meist besser verträglich als Sorbit, das je nach individueller Empfindlichkeit Blähungen oder Diarrhoen erzeugen kann. Schontage sind bei frisch entdecktem, ketotischem Diabetes angezeigt. Besonders geeignet ist hierfür die Haferkur, die im wesentlichen auf v. NOORDEN zurückgeht. Dabei werden während 2-3 Tagen pro Tag 150-180 g Haferflocken verteilt auf 4-5 Mahlzeiten als Suppe oder Brei mit einem geringen Zusatz an Butter verabreicht. Die günstige Wirkung bei Azidosebereitschaft beruht auf der Eiweiß- und Fettarmut der brennwertarmen, zugleich aber verhältnismäßig kohlenhydratreichen Kost. Eine ähnlich günstige Wirkung läßt sich auch mit anderen Getreideprodukten erzielen (Reis, Gries etc.)
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