Entgiftung

1. Beispiel: Die PCP - Vergiftung: Die Symptome einer PCP- Vergiftung nehmen einen unterschiedlichen Verlauf, abhängig von der Metabolisierungs- Rate. PCP wird metabolisiert durch Oxidation, Dechlorierung und hauptsächlich durch Glucuronidierung. 
Ausgeschieden wird es als freies PCP oder als PCP- Glucuronid im Urin, wobei das Glucuronid über Nacht in der Blase verseift, d.h. aufgespalten wird, was auch durch Kaffee oder Alkohol verursacht werden kann. Bei niedriger Kontamination wird das PCP in der Leber durch Glucuronyl- Transferase weitgehend vollständig metabolisiert, so daß fast nur PCP- Glucuronid ausgeschieden wird. 
Bei höherer Kontamination wird, individuell verschieden, abhängig von der Metabolisierungs- Kapazität der betroffenen Person, mehr freies PCP ausgeschieden. ist also die Metabolisierung nicht vollständig. 
Die Metabolisierungs- Rate wird bestimmt durch die Messung von freiem PCP und Gesamt- PCP nach saurer Hydrolyse des Glucuronids im Morgenurin und durch eine 2. Messung nach 1 - 3 Stunden.(Parlar 1991). Nach einer PCP- Vergiftung werden spezifische Veränderungen des Immunsystems festgestellt. 
Interessant wären Untersuchungen des Immunstatus vor der Kontamination.                 Es liegt nahe, zu vermuten, daß die Metabolisierungs- Rate außer von der PCP- Belastung auch von der Immunkapazität des Einzelnen abhängt.
Laborchemische Messung der Entgiftungskapazität ca. €190.-

Dazu als Beispiel Zink: Nur 13% einer Gruppe aus der Bevölkerung hatten normale Zink- Konzentrationen. 68% nahmen weniger als 2/3 der RDA (Recommended Daily Allowance).  Sie sind Opfer der prozessierten Nahrung, was sich als Nachteil bei der Entgiftung von Chemikalien erweist.  Außerdem besteht die Gefahr, durch Chemikalien sensibilisiert zu werden gegen viele weitere Stoffe, das sog.  Ausbreitungssyndrom.
Weitere Untersuchungen zeigen, daß weite Kreise der Bevölkerung mit verschiedenen Nährstoffen unterversorgt sind, also Mangel haben.  Eine wenig beachtete Ursache kann auch ein Mangel an Magensäure sein, besonders bei älteren Personen.
Da das Immunsystem sich von Natur aus regelmäßig regeneriert, können Vergiftungserscheinungen im Laufe der Zeit zurückgehen.
Es erscheint sinnvoll, diese Regeneration zu unterstützen und zu beschleunigen.

Welche Maßnahmen führen zur Erholung des Immunsystems? 
Das sind : Schonung, Entgiftung und Regeneration.

Schonung des Immunsystems:                                                                           1.Durch Abstellen der Giftquellen (Sanierung der Wohnumgebung). Ist keine völlige Sanierung möglich, wird ein spezielles Lüftungssystem empfohlen.
2. Senken der Grundbelastung durch weitgehendes Meiden von Umweltgiften wie Abgase, Rauchen (auch Passivrauchen!), offener Kamin, Pestizide überall, auch in Nahrungsmitteln (ökologischer Landbau), Wohngifte (Kunststoffmaterial), Putzmittel, alles, was riecht, z.B. auch Parfüm usw.
3. Kein Aufenthalt im Umkreis von 5 km von Großemittenten wie z.B. einer Müllverbrennungs- Anlage (MVA).
4.
Leichte Kost oder Rotationsernährung

Entgiftung:
1.Es hat die Aufgabe Fremdstoffe (Xenobiotika) abzubauen, um Schaden zu vermeiden.(xenon = fremd, feindlich, bios = Leben. Xenobiotika sind also lebensfremde oder lebensfeindliche Stoffe).                                                              2.Seine biochemischen Reaktionen werden durch Enzyme gesteuert.                          3. Es ist in allen Zellen des Körpers wirksam.

Fremdstoffe (Xenobiotika) gelangen auf drei Wegen in den Körper:
1.Durch Einatmen (Inhalation) über die Lunge direkt ins Blut (am giftigsten). Alle Stoffe der Umgebung strömen Moleküle aus, weil sie ständig Oxidationen unterliegen. Ein starker Geruch sollte Sie warnen. Aber auch etwas, das nicht riecht, kann in den Blutstrom gelangen wie das tödliche aber geruchlose Kohlenmonoxid.
2. Der häufigste Weg ist über Essen und Trinken. Stoffe wie Pestizide, Mykotoxine (Pilzgifte), Farbstoffe, Lebensmittelzusätze und Hunderte von anderen Chemikalien gelangen täglich in den Körper und in die Blutbahn. Es sind in der europäischen Gemeinschaft und damit auch in Deutschland 20000 Lebensmittelzusätze zugelassen.
3. Der dritte Weg ist die Aufnahme durch die Haut. Die gute Aufnahme- Fähigkeit der Haut wird bei Medikamenten genutzt durch Salben und Pflaster. Leute, die Cremes, Parfums oder Öle auf ihre Haut reiben, sind sich häufig nicht darüber klar, daß diese Stoffe wie Medikamente wirken können.  So wurden Todesfälle beschrieben durch Zyanid- Aufnahme (Zyankali !) über die Haut. Die Symptome sind auf dem Höhepunkt, wenn die Stoffe im Blut sind.

Ein Teil der Stoffe wird gespeichert, z. B. im Fettgewebe. Da ein Gleichgewicht zwischen Speicher (Depot) und Blut besteht (steady state), gelangt der Stoff langsam wieder zurück ins Blut wo er zwar für dauernde Beschwerden (Symptome) verantwortlich ist, wegen seiner niedrigen Konzentration analytisch aber nicht erfaßt werden kann. Der Patient wird daher als gesund betrachtet, evtl. als Simulant oder als psychisch krank.
Einige Leute sammeln (akkumulieren) Chemikalien wärend der Woche am Arbeitsplatz, die Belastung nimmt zu.  Sie können sie übers Wochenende nicht vollständig abbauen. So steigt die Konzentration im Körper von Woche zu Woche an.
Laborchemische Messung der genetischen Besonderheiten ca. € 110.-.

Die Beschwerden bei Umweltkrankheiten erweisen sich oft als schwer einzuordnen: z.B. Depressionen, Erschöpfung, Ängstlichkeit, schlechtes Gleichgewicht, Verlust von Nervenfunktionen, Verwirrung, schlechtes Gedächtnis, Reizbarkeit, langsamere Denkprozesse, Libido- Verlust ohne für diese Beschwerden faßbare Organveränderungen.

Das Entgiftungs- System erbringt Höchstleistungen beim Abbau von gefährlich giftigen, künstlichen Substanzen des 20. Jahrhunderts. Fast jeder Stoff, der in den Körper gelangt, muß irgendwie chemisch verändert werden, um entgiftet und ausgeschieden werden zu können.
Die meisten Xenobiotika werden zu weniger giftigen Formen verstoffwechselt (metabolisiert), so daß sie ausgeschieden werden können, ohne Schäden zu verursachen.  Manchmal jedoch sind die Entgiftungswege überlastet oder geschwächt durch vorhergehende Chemikalien.  Dann können sogar giftigere Stoffe entstehen: statt einer Entgiftung findet eine Vergiftung statt.
Wie ein Xenobiotikum entgiftete wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:            von erblicher Veranlagung (welche Enzyme vorhanden sind);                                        von Nährstoff- Konzentrationen (welche Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren, Fettsäuren usw. vorhanden sind);                                                              von der Gesamtbelastung (wie viele andere Chemikalien gleichzeitig einwirken);       von einem Schaden durch frühere Chemikalien (welche Pfade geschädigt sind).
Die
Enzyme sind abhängig von Spurenelementen, sog.. Co- Faktoren. Fehlen sie, funktioniert das Enzym bzw. der Abbaupfad nicht.
Bei Mangel an Molybdän kann z.B. Chloralhydrat entstehen. Chloralhydrat war das erste synthetische Schlafmittel. Es kann bei Überdosis zu einer tödlichen Narkose führen.  In geringen Mengen, wie sie hier entstehen, führt es zu Gehirn- Umnebelung (brain fog), einem deutlichen Merkmal der Umweltkrankheit.

Es wird deutlich, daß bei diesem Abbau Nährstoffe verbraucht werden: z.B. Zink, Molybdän, Aminosäuren. Jedes Pestizid- Molekül verbraucht ein Molekül Selen haltiges Glutathion. Zink und Molybdän sind Schlüsselmineralien beim Alkohol- und Aldehyd- Abbau. Um Ihnen zu zeigen, wie sehr dieser sog.  Aldehyd- Pfad benutzt und strapaziert wird, eine Liste häufiger Substanzen, die jeweils einen Schritt in ihrem Abbau auf diesem Pfad machen:
Neurotransmitter ( Hormone unserer Gedanken und Gefühle): Formaldehyd, Toluol. Trichlorethylen (Tri), andere Kohlenwasserstoffe, Pestizide, Auspuffgase, Pilzgifte (Candidatoxine), Zucker
Chemikalien schwächen also das Entgiftungs- System und die Immunabwehr. Sie vergiften Immunzellen und Enzyme, was zu Sekundärstörungen führt, wie z. B. chronische Hepatitis oder psychische Veränderungen und andere. Chemikalien führen zu schweren Symptomen des ZNS (Zentralnervensystems), speziell durch allergische Reaktionen.

4. Regenerierung des Immun- und Entgiftungs- Systems:                                  Daß das Entgiftungs- System bestimmte Nährstoffe verbraucht, wurde gezeigt.  Es sind die sog. orthomolekularen Nährstoffe, die für die Gesundheit erforderlich sind.
Es sind Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, essentielle Aminosäuren und Fettsäuren, die auch Nutrimente genannt werden, neben Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten.
Daß die Ernährung eine dominante Rolle spielt, wissen die Ernährungsmediziner aus Erfahrung, denn alle biochemischen Vorgänge im Körper sind abhängig von ausreichender Versorgung.
Einige Nährstoffe sind besonders wichtig, weil sie besondere Funktionen ausüben:
Die
Antioxidantien:sie wirken gegen oxidativen Streß, freie Radikale und heißen auch Radikalfänger.

Nährstoffe mit stärkender Wirkung auf das Immunsystem:                                      Vitamin A: mäßige Dosen steigern die Immunantwort. Ein Mangel vermindert die Reaktion von T - und B- Zellen auf Mitogene und Antigene.  Starker Mangel führt zur Atrophie von Thymus und Milz. Auch wird ein deutlicher Rückgang der zirkulierenden Leukozyten und Lymphozyten beobachtet.  Eine Überdosis schwächt die Immunabwehr.
Beta-Carotin stimuliert in mäßigen Dosen das Immunsystem. Durch ß-Carotin kann die Zahl der T- Helferzellen erhöht werden.
Vitamin B-Komplex:Ein Mangel vermindert die Antikörperreaktion und stört die zelluläre Immunität. Folsäure Mangel stört die Reaktion auf mitogene in vitro (im Laborversuch). Pantothensäure Mangel vermindert die humorale Antikörperreaktion auf verschiedene Antigene. Pyridoxin, Vitamin B6, ist nötig für die normale Nukleinsäure- und Proteinsynthese und für die Zellteilung. Isolierter Vitamin B6-Mangel verursacht tiefer greifende Effekte auf Funktionen des Immunsystems als der anderer B- Vitamine. Vitamin B6-Mangel behindert zellvermittelte Immunfunktionen und die humorale Reaktionsfähigkeit auf vielerlei Test- Antigene. Vitamin B12-Mangel führt zu gestörter Lymphozyten Reaktion auf Mitogene und zu mäßiger Reduktion der phagozytären und bakteriziden Fähigkeit der Leukozyten. Vitamin B12 Mangel führt zu Blutarmut (Perniziöse Anämie).
Vitamin D: Mangel deprimiert das Immunsystem. Vitamin D Mangel führt zur Rachitis und begünstigt das Entstehen der Osteoporose. 
Vitamin E: Mangel vermindert die Immunglobulin Reaktion gegen Antigene, die Lymphozyten Reaktion auf mitogene und Antigene, verzögert die Überempfindlichkeits- Reaktion auf der Haut und vermindert die allgemeine Körperabwehr.

Mineralien und Spurenelemente:                                                                             Kupfer:Mangel führt zu vermehrten Infektionen durch eine Störung der zellvermittelten Immunität. Die mikrobizide Aktivität von Granulozyten ist reduziert, und die Thymushormon- Aktivität ist vermindert. 
Jod: Mangel reduziert die mikrobizide Aktivität von polymorphonuclearen Leukozyten. 
Eisen: Mangel vermindert die Immunität durch eine Störung der bakteriziden Aktivität der Neutrophilen und der Lymphozyten Proliferation.  Immundepression erfolgt schon bei 10% weniger Eisen. Mangel führt zur Blutarmut (Eisenmangel Anämie).
Magnesium: Mangel reduziert Antikörper bildende Zellen, Immunglobuline und die humorale Antwort.  Eine Thymus- Atrophie ist möglich.
Selen:Mangel bei gleichzeitigem Vitamin E- Mangel stört die zellvermittelte und humorale Immunität. Glutathion, das wichtigste Enzym zur Entgiftung von Schwermetallen, enthält Selen.
Zink:Die therapeutische Dosis bei Mangel beträgt 50- 100 mg/Tag.  Zinkmangel ist sehr häufig.  Der tägliche Bedarf liegt bei 15 mg.  Jede Form von Streß vermindert die Zinkverfügbarkeit. Mangel vermindert Immunabwehr Mechanismen incl. T- Zellreaktion und Chemotaxis der Neutrophilen. Die Thymus- Hormon- Aktivität ist bei Mangel sehr niedrig. Zink fördert die Bildung von Antikörpern, aktiviert die Abwehrzellen und verstärkt ihre Vermehrung (Proliferation). Warnung: zu hohe Zufuhr vermindert die Immunantwort (mehr als 150 mg/ Tag).

Weitere Nährstoffe sind die Aminosäuren L- Carnitin, Glutamin und Taurin. auch Thymus- und Milzextrakte und einige Enzyme (SOD Superoxid- Dismutase, Katalase, Coenzym Q, Glutathion- Peroxidase). Auch essentielle Fettsäuren, die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, haben einen günstigen Einfluß auf das Immunsystem. Sie werden in Form von Lachsöl bzw. Nachtkerzenöl verabreicht. Nachtkerzenöl ist ein wichtiger Nährstoff in der orthomolekularen Medizin wegen seines hohen Gehalts an Gamma- Linolensäure (9%).

Stark schädigend auf die Immunabwehr wirken sich Schwermetalle aus: Cadmium, Blei und Quecksilber.  Durch Komplexbildung mit Vitamin C und Zink werden sie gebunden und eliminiert.

Vitamin C ( Ascorbinsäure): Wenn Menschen bei Exposition gegenüber gefährlichen Substanzen ihren Vitamin C-Spiegel anheben könnten, ist es sehr wahrscheinlich, daß einige Krebserkrankungen vermieden würden, denn Vitamin C ist ein bedeutender Radikalfänger und wirkt als Antioxidans, d.h. schützt vor Oxidationen, Reaktionen mit Sauerstoff, die Körperstrukturen zerstören und zu Krebs führen können.Ascorbinsäure ist als Wasserstoff- Donator an Hydroxylierungen von Pestiziden und anderen Umweltgiften maßgeblich beteiligt und macht sie dadurch ausscheidungsfähig. Sie bewirkt eine Steigerung der Cytochrom- Oxidase P 450 (sog.  Enzyminduktion), was zu schnellerer Entgiftung führt über eine Verkürzung der Halbwertszeit der Giftstoffe. (z.B. Pharmaka und Pestizide). Es steigert die Lymphozyten Vermehrung und ist wesentlich für die Bildung von IgA und IgM: Gesunde Studenten erhielten 1 g Vitamin  C/Tag. 

Quelle: Dr. E. Prochäzka

Meldung von Vergiftungen an das Bundesgesundheitsamt:                                                     Nach §16e Abs.2 Chemikaliengesetz sind Ärzte verpflichtet, Vergiftungsfälle an das Bundesgesundheitsamt zu melden. Dies gilt natürlich auch für eine Schwermetallvergiftung durch Amalgamfüllungen; bitte weisen Sie Ihren Arzt ausdrücklich darauf hin!

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