Fette - Öle - Cholesterin

Fette sind neben Eiweiß und Zucker für das Leben notwendig.  Sie haben doppelt soviel Energie (9 Kcal/g) wie Eiweiß oder Zucker.  Während Fastenperioden kann sich der menschliche und tierische Organismus von den Fettdepots ernähren - in denen jedoch auch nicht ausgeschiedene Stoffwechsel- und Umweltgifte eingelagert sind.  In den Depots finden sich vor allem Neutralfette (Triglyceride). Cholesterin hat viele Funktionen im Körper und wird in der Leber hergestellt oder über die Nahrung aufgenommen. Gesättigte, ungesättigte Öle: Omega -3,-6,-9 Fettsäuren haben unterschiedliche Wirkungen im Stoffwechsel.

Cholesterin hat im Körper lebenswichtige Aufgaben. Es ist eine Vorstufe von Gallensäuren und Hormonen, ein Baustein der Zellwände und Nervengewebe. Cholesterin und sein Gegenspieler im Stoffwechsel, Lecithin sind verantwortlich dafür, dass nur bestimmte Stoffe die Zellmembran passieren können.

Im Blut ist Cholesterin teils an große (High-Density- Lipoproteine = HDL), teils an kleine (Low-Density Lipoproteine = LDL) Transporteiweiße gebunden. U.a. entsteht HDL- Cholesterin beim Abbau der roten Blutkörperchen. Das gute „High Density Lipoprotein“ (HDL) enthält wenig Fett und viel Eiweiß, Es schützt vor Arterienerkrankungen, etwa indem es überschüssiges Cholesterin aufnimmt und in die Leber transportiert, wo es zu Gallensäure verarbeitet wird.

Bei Stress wird vermehrt LDL- Cholesterin gebildet, welches sich leicht in der Gefäßwand ablagert und ein Risiko für die Entstehung der Arteriosklerose darstellt. Das schlechte „Low density Lipoprotein“ (LDL) besteht aus wenig Eiweiß und viel Fett. Es oxidiert leicht und neigt dazu, sich an Arterienwänden abzulagern. Dies versteift die Gefäße  und ist damit einer der Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Der Schlüsselprozess für die Entstehung der Arteriosklerose ist, dass freie Radikale die Fettsäuren des LDL- Cholesterins angreifen und verändern, sie oxidieren sie. Das oxidierte LDL Cholesterin lagert sich wesentlich leichter an der Gefäßinnenwand an als das unveränderte Cholesterin.

Gleichzeitig werden durch das veränderte LDL-Cholesterin Botenstoffe ins Blut gesandt, die immer neue Blutzellen anlocken. So lagern sich auch verstärkt Zellen aus dem Blut in die Gefäßwand ein und bilden einen Belag.  Das Gefäß verengt sich jetzt mehr und mehr. Der Blutdurchfluss ist immer stärker behindert.

Zu niedrige Fettwerte im Blut finden sich bei Unterernährung und bei Leberversagen.

Zu hohe Fettwerte sind nur zu 20% angeboren, zu 80% durch Überernährung und Stress jeglicher Art verursacht. 

Krankheiten wie Altersdiabetes, Übergewicht, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Galleabflussstörung (Steine), Lebererkrankungen, Schilddrüsenunterfunktion, sowie Dauer- Cortisontherapie und Alkoholmissbrauch gehen mit einer Erhöhung der Blutfettwerte einher. Auch Bluthochdruck und Rauchen beeinflussen die Blutfette.

Normalwerte (je nach Labor sind geringe Schwankungen der Normalwerte möglich):
Gesamt- Cholesterin 180-240 mg/dl,
LDL < 160 mg/dl < 2 Risikofaktoren;  Medikamente > 190mg/dl empfohlen
LDL < 130 mg/dl > 2 Risikofaktoren,  Medikamente > 160mg/dl empfohlen
LDL < 100 mg/dl bei KHK                    Medikamente > 130mg/dl empfohlen
HDL > 35mg/dl,
Triglyceride < 170 mg/dl,

Neuere Parameter:
Oxidiertes LDL, Lipidperoxidation, Antioxidative Kapazität
Homocystein (Vitamin B6, B12 abhängig)
Fibrinogen (wird durch Omega-3 Fettsäuren gesenkt)
Lipoprotein (a) (Vitamin C abhängig)
Genetische Risikofaktoren (Apo A1, Apo B, Apo E, AGT-A6G-, MTHFR Mutation)

Risikofaktoren:
KHK, Schlaganfall in der Familie
Alter: Männer > 45 Jhr.; Frauen > 55 Jhr.
Übergewicht (BMI> 25)
Rauchen
Zuckerkrankheit
Bluthochdruck
HDL Cholesterin < 35mg/dl

Diätetische Therapie:
Fette sollten 30% der insgesamt aufgenommenen Nahrungskalorien (= 15% = 1/8 des Essens!) nicht überschreiten.
Die aufgenommene Fettmenge besteht aus:
a) dem Streichfett für den Brotbelag
b) dem Koch- und Bratfett
c) dem Öl für Salate und Rohkost
d) den sog. verborgenen Fetten in der Nahrung  (auch bei Verwendung ganz magerer Nahrungsmittel müssen 15-20 g Fett berechnet werden.)

Körperliche Bewegung:
Durch körperliche Bewegung-(dynamische - nicht isometrische) werden Blutfett und Gesamtcholesterin gesenkt, HDL- Cholesterin wird erhöht.  Kälte und Gewichtsabnahme erhöhen HDL- Cholesterin ebenfalls, deshalb ist Bewegung in kühler frischer Luft (bei Verträglichkeit) vorzuziehen.

Trainingsprogramme (zu Hause und in der Gruppe) täglich 10-15 min. 50-70% der maximalen Kreislaufleistungsfähigkeit; Koronartrainingsgruppe 2x45 min./Woche mit max. 125 Watt.

geeignet sind: Gehtraining (bei Beindurchblutungsstörungen bis zu 2/3 der schmerzfreien Gehstrecke),  Dauerlauf (Joggen) nur, wenn Gehen problemlos,  Fahradergometertraining, Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf

Medikamentöse Behandlung:
Magnesium, Knoblauch, Fischöle, Fibrate, Statine, Sitosterin, Nikotinsäure, Vitamine.
Die Wirkung von: Q10, L- Carnitin, gutem Trinkwasser, Bierhefe, Gelee royal ist nicht ausreichend belegt.

Empfehlenswerte Nahrungsmittel:
Zwiebeln, getrocknete Bohnen, Haferkleie, kaltgepresste Öle mit ungesättigten Fettsäuren zum Kochen, Knoblauch, Artischocken, Äpfel, Grapefruit senken das LDL-Cholesterin und heben das HDL-Cholesterin.

Für die dreifach ungesättigte a-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) wird eine tägliche Aufnahme von etwa 1g täglich oder wenigstens 0,5 % der gesamten Energiezufuhr empfohlen. Vor allem Leinöl (55 %), Walnußöl (14%), Rapsöl (11%) und Sojaöl (8%) sind reich an a-Linolensäure. Die a-Linolensäure und ihre längerkettigen Folgeprodukte, z.B. die fünffach ungesättigte Eicosapentaensäure mit 20 C-Atomen sind Wichtige Strukturelemente für das Gehirn, die Netzhaut des Auges und die Keimdrüsen. W-9 Fettsäuren (Olivenöl) senkt das KHK Risiko, W-6 Fettsäuren (Distel-, Mais-, Sonnenblumenöl) fördern die Bildung der Arachidonsäure und damit Entzündungsvorgänge in der Gefäßwand. .

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