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Alterungsgrund Hormonmangel Sie fühlen sich müde und abgespannt, schlafen nachts nicht mehr richtig durch, merken, dass Ihr Gedächtnis nachlässt? Diese Signale können auf einen Hormonmangel hindeuten. Hormone dienen der Kommunikation zwischen verschiedenen Körperteilen. Sie werden von Drüsen, Organen oder Geweben produziert, über das Blut im ganzen Körper verteilt und an die Körperzellen weitergeleitet. Mit zunehmendem Alter verringert sich jedoch die Produktion vieler Hormone im Körper: Die Kommunikation gerät ins Stocken. Am bekanntesten ist dieser Prozess bei dem Sexualhormon Östrogen, dessen Rückgang in erster Linie mit den Wechseljahren der Frau einhergeht. Zu den Folgen kann ein beschleunigter Abbau der Knochenmasse (Osteoporose) gehören. Das Risiko für Herz- Kreislauf- Erkrankungen gleicht sich dem der Männer an. Es treten vegetative Beschwerden wie: Hitzewallungen, Schwindel, Kopfschmerzen und Herzrasen auf. Psychisch wird über Angstzustände, Schlaflosigkeit, Depressionen, Reizbarkeit, vermindertes Leistungsvermögen und verminderte Libido geklagt. Organische Beschwerden sind: Blutungsunregelmäßigkeiten, Rückbildung der Schleimhaut in der Scheide mit Juckreiz, trockene Haut und Haarausfall.
Aber es sind noch weitere Hormone am Alterungsprozess beteiligt: das Sexualhormon Testosteron, das Schlafhormon Melatonin, das Wachstumshormon und das Nebennierenhormon DHEA (Dehydroepiandrosteron).
Testosteron-Substitution macht munter Die mit steigendem Lebensalter sinkende Testosteron-Produktion macht vielen Männern Probleme, wie Antriebsarmut, schwindende Potenz, Libidoverlust, Lustlosigkeit und z.T. auch starke Depressionen. Das Leben erscheint vielen immer weniger lebenswert. Es entsteht ein "Knick", der sich oft um das 50. Lebensjahr bemerkbar macht: Jetzt fällt alles schwerer, die Bewältigung des einfachen Alltages, ganz zu schweigen von beruflichen Anforderungen. Man fühlt sich ausgebrannt, z.T. macht sich das Gefühl breit "Ich bin nicht mehr viel wert". Etwa 30% alter Männer im Alter ab 40 Jahren weisen einen niedrigen Testosteronspiegel auf .
Melatonin verhindert Oxidationsvorgänge Eine weitere Möglichkeit, eine Anti Aging- Strategie zu verfolgen, ist, das von der Zirbeldrüse produzierte Melatonin einzunehmen. Zunächst wurde dieses Präparat zur Regulierung des "Jetlags" bekannt. Daneben hat sich Melatonin aber auch gut bei Ein- und Durchschlafstörungen bewährt. Dabei entfallen die bei den üblichen Schlafmitteln unangenehmen Nebenwirkungen. Da die körpereigene Produktion von Melatonin im Alter nachlässt, ist bei Schlafstörungen eine Substitution sinnvoll. Weiter schützt Melatonin die Gehirnzellen vor Sauerstoffradikalen und verzögert damit die Zellzerstörung und das Älterwerden. Außerdem schützt es vor Sonnenbrand und wirkt Brustkrebs- protektiv bei der Einnahme der "Anti Baby Pille".
DHEA: Hormon fürgutes Allgemeinbefinden Spätestens seit bekannte Schauspieler in den USA und in Deutschland sich zu der Einnahme von DHEA bekennen, ist eine breitere Öffentlichkeit auf diese Möglichkeit des Anti Agings aufmerksam geworden. Bei DHEA handelt es sich um Dehydroepiandrosteron der Nebennierenrinde. Das für Männer wichtige Hormon DHEA sinkt ab dem 25. Lebensjahr und beträgt nach dem 60.Lebensjahr nur noch 10% seines Ausgangswertes. Neben dem Abbau von Fettgewebe wird auch über eine Bindegewebs- Straffung (Anti-Falten-Effekt) berichtet. DHEA wirkt möglicherweise rheumatischer Arthritis und MS entgegen, während es chronische Müdigkeit, Allergien, Morbus Alzheimer und Osteoporose negativ beeinflussen soll. Im Tierversuch wirkt DHEA präventiv auf Fettsucht (Adipositas), Diabetes und Ergrauung der Haare. Epidemiologische Studien zeigen, dass hohe DHEA- Spiegel Schutz gegen Krebs bieten und eine erhöhte Lebenserwartung feststellbar ist. Das Hormon konnte zudem eine immunologische Verbesserung durch Stimulation der Killer-Zellen bewirken. Obwohl beide Präparate in der BRD nicht zugelassen sind, können sie mit einem Rezept in jeder Apotheke durch Import aus den USA bezogen werden. Die strengen Regeln der FDA in Amerika (Food and Drug Administration) lassen das Präparat in den USA zu, was letztlich auch für die Unbedenklichkeit seiner Einnahme spricht.
Wachstumshormon Es fördert den Muskelaufbau, Fettdepots werden abgebaut und die Krankheitshäufigkeit nimmt ab. Das Spritzen von Wachstumshormon, was ja wie Testosteron zu den Doping Mitteln zählt ist nicht unproblematisch. Eine latente Zuckererkrankung kann sich manifestieren, die Prostata größer werden und eine verborgene Krebserkrankung kann ausbrechen. Regelmässiges körperliches Ausdauertraining und/ oder eine Gewichtsabnahme von 3-4 kg steigern die körpereigene Wachstumshormonproduktion. Außerdem sparen sie viel Geld (Kosten der Wachstumshormonbehandlung ca. € 5000- 10000.- pro Jahr)
Die Östrogen und Testosteronbehandlung wird bei gesicherter Diagnose durch die Krankenkassen bezahlt. Auch einige Heilpflanzen (Cimicifuga = Trauben Silberkerze, Hypericum = Johanniskraut, Agnus castus = Mönchspfeffer, Salvia off. = Salbei) und Homöopatische Mittel können auf Kassenrezept verschrieben werden. Pflanzliche Östrogene (aus Soja) sind bei vielen Frauen ausreichend, um die Wechseljahrs- beschwerden zu beheben, sind jedoch keine Kassenleistung (ca. € 35.- pro Monat). Einen pflanzlichen Testosteronersatz gibt es nicht. Homöopathische Mittel können auch bei Männern auf Kassenrezept verschrieben werden.
Die Laboruntersuchungen für Östrogen und Testosteron sind nur in Ausnahmefällen Kassenleistung (Kosten: Hormonuntersuchung Wechseljahre Frauen oder Männer ca. € 100.-; Ani Aging Profil: Östradiol, Testosteron, Cortisol, DHEA, Wachstumshormon, Melatonin, Antioxidativer Status ca.€ 200.-)
Altersimmunität Das Immunsystem unterliegt wie alle anderen Organe, einem natürlichen Alterungsprozess. Die Alterung des Immunsystems äußert sich durch ein mit zunehmendem Lebensalter ansteigendes Krebsrisiko, dem Auftreten von degenerativen und autoaggressiven Erkrankungen wie Rheuma, M. Parkinson und M. Alzheimer sowie schweren Infektionen durch Bakterien, Pilze und Viren, die bei geschwächter Abwehr tödlich enden können. Ursachen dieser alterstypischen lmmundefekte sind eine Verminderung der T- und B- Lymphozyten und eine Abnahme der für die Krebsabwehr wichtigen natürlichen Killerzellfunktion. Durch die Untersuchung aller immunologisch relevanten Faktoren können Defizite erkannt werden. Spezifische Therapien können den Alterungsprozess im lmmunsystem stoppen oder zumindest verlangsamen. Bei entsprechender Indikation kann ein Teil der Immundiagnostik zu Lasten der Krankenkassen durchgeführt werden. Die spezielle Immundiagnostik zur Abklärung der Altersimmunität ist keine Kassenleistung (T-Lymphozyten, T Helferzellen, T Suppressorzellen, B Lymphozyten, Killerzellen ca. € 150.-). Da die Abwehrleistung in Zugammenarbeit mit den endokrinen Drüsen erbracht wird, führen auch Hormondefizite wie die Abnahme von DHEA(S), die Verminderung der Sexualhormone Östradiol und Testosteron sowie die Abnahme des Epiphysenhormons Melatonin zu einer Funktionsbeeinträchtigung des Immunsystems.
Zu einer Verschlechterung der Immunabwehr führen auch Mineral- und Vitamindefizite.
Literatur: Flörkemeier V.: Anti Aging; Phönix 2(2001) 12-14; Duddeck K, Bühring M.: Die Naturheilkundliche Behandlung des Klimakterischen Syndroms; Gesundes Leben 1 (1999) 23-26; MAAR K.: Praxis Erfahrungen mit Anti Aging Therapien; Gesundes Leben 1(2001) 38-43); Heufelder A.E.: Rezepte gegen das Altern Der Hausarzt 6(2002) 44-48; Kirkham R., Schütz B.: Fünf Gründe für das Altern;Information des Instituts für ganzheitliche Immunologie und Naturheilverfahren Mainz 2002
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