Juckreiz

Ekzem- Juckreiz Behandlung

Unterscheide Allgemeinmaßnahmen, spezifisch wirksame Mittel gegen Juckreiz und Grundlagen, in die je nach Hautzustand und Hauttyp eingearbeitet werden.

Zu den Allgemeinmaßnahmen gehört das Verbot zu kratzen - auf kurze Fingernägel achten - ggf. die Hände einbinden - (Lotio auftragen: zeigt Kratzspuren). Schädigungsfaktoren wie bekannte Allergene, Toxine und Substanzen (Wasser, Seife, Sonne), die die Haut austrocknen, müssen gemieden werden (6).  Eine reizarme Kost - Meiden scharfer Gewürze, Kochsalz, Alkohol und Schweinefleisch (stark histaminhaltig) - hat sich bewährt.  Häufig sind Rohdiäten, Schrothkuren und Heilfasten empfehlenswert (2). Auch die homöopathische Behandlung und die Akupunktur sind bewährt (4,11). Ein Klimawechsel bzw. eine Klimakur sind bei Neurodermatitis und verschiedenen Ekzemformen sinnvoll! (drei Wochen Nordseeinsel bzw.  Aufenthalt mehrere Wochen in über 1600 m Höhe) (2). UV-A-Bestrahlungen können eine solche Kur bis zu einem gewissen Grade ersetzen.  Für die Psoriasis ist eine Badekur am Toten Meer empfehlenswert. Durch UV-B - Bestrahlungen lassen sich sowohl der Juckreiz bei Psoriasis wie der Juckreiz bei Urämie (Dialysepatienten) und anderen Hauterkrankungen wie der Pityriasis rosea günstig beeinflussen. Neben der Klimakur und diätetischen Maßnahmen sind bei Erkrankungen mit Juckreiz allgemein umstimmende Maßnahmen wie Eigenblut - Injektionen, Injektionen von Ameisensäure, abführende oder schweißtreibende Maßnahmen (4) und eine Kneipptherapie (kalte Waschungen) sinnvoll (5). Bei trockener Haut ist jedoch vor der austrocknenden Wirkung von Wasser zu warnen. Epizoonosenwahn (Wahn von Läusen, Flöhen), Waschzwang und ähnliches benötigen eine Psychotherapie.

Allgemeinmaßnahmen: Kratzen verbieten, bekannte Schädigungsfaktoren meiden (bekannte Allergene, Toxine, Wasser, Seife, Sonne (Exsikkatoren), reizarme Kost (Meiden scharfer Gewürze, Kochsalz, Alkohol, Schweinefleisch;
empfehlenswert:
Rohdiäten, Fasten, Schrothkuren,F.X.Mayr-Kuren),Klimawechsel, bzw. Klimakur (Meeresklima, Hochgebirgsklima), UV-A-, UV-B-Bestrahlung,  allgemein umstimmende Maßnahmen: (Eigenblut-, Ameisensäure-Injektionen, purgierende, schweißtreibende Maßnahmen, Kneipptherapie),                            ·Psychotherapie (Epizoonosenwahn, Waschzwang),                                               ·Behandlung der Grunderkrankung (bei internistischen Erkrankungen, Epizoonosen, Mykosen)

Grundlagen: Fett, Puder, Wasser und Gele: 
Fett fettet die Haut,Puder beruhigt, Wasser kühlt und trocknet, 
Die Mischung aus Fett und Puder: Die Paste fettet und trocknet, „Wasser in Öl“- Emulsion ergibt eine lipophile Creme, welche die Haut fettet, „Öl in Wasser“ - Emulsion eine hydrophile Creme, welche kühlt und trocknet, Puder und Wasser ergeben eine Lotio, welche kühlende Eigenschaften hat.

Chemische Medikamente: Lokale Antihistaminika sind bei allen Erkrankungen, die durch einen vermehrten Histaminanfall gekennzeichnet sind, angezeigt (insbesondere Urticaria und Sonnenbrand. Cortisonsalben werden in schwach wirksame (Hydrocortison 1-2%ig), mittelstarke (Z.b. Dermatop) und stark wirksame Corticoid- salben (fluorierte Steroide Z.b. Betnesol, Decoderm) eingeteilt. Sie können wie die Antihistaminika weitgehend vom Hauttyp unabhängig verabreicht werden und sind insbesondere bei ausgedehnten Hautverhärtungen (Lichenifikationen) und bei Knötchenbildung mit Juckreiz (Prurigo nodularis) angezeigt, wo eine andere Therapie häufig kaum anspricht. Insbesondere bei den hochgestellten Corticoidcremen kommt es jedoch sehr schnell zu irreversiblen Nebenwirkungen wie vermehrter Behaarung, Striae, Hautatrophie und Teleangiektasien, um nur die Nebenwirkungen an der Haut anzuführen.

Spezifisch wirksame Mittel gegen Juckreiz: 
lokale Antihistaminika, Glucokorticoide (Cortison), Phytotherapeutika inklusive der Teere, Schwefel (Bäder, homöopatische Mittel),  Salicylsäure,  UV-Bestrahlungen

Heilpflanzen (Phytotherapeutika): Hierzu gehört Weizenkleie, Kamille, Eichenrinde, Haferstroh, Zinnkraut, Veilchen und Walnußblätter sowie die Teere.
Weizenkleie hat eine beruhigende Wirkung und ist bei trockener, schuppender Haut und Krusten (nicht nässend, nicht infiziert) angezeigt.
Kamille wirkt juckreizstillend beim chronisch nässenden Ekzem sowie bei schlecht heilenden Wunden, entzündeten Hämorrhoiden und beim schlecht heilenden Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris). Es hat sich auch Kamillenextrakt 1:1 mit Johanniskraut und Dekokt aus Malva Silvestris als Umschlag beim nässenden Ekzem bewährt.
Eichenrinde ist geeignet für Wundsein (Intertrigo, Juckreiz am After in den Leisten unter den Brüsten) sowie bei nässenden Hämorrhoiden, jedoch auch bei nässenden Augenerkrankungen, Frostbeulen und nässenden Unterschenkelekzemen und dem Ulcus cruris  (auch Lotio alba DRF 100.0 + Extr. Chamomillae 2.0; Zinkschüttelmixtur mit 1% Kamillenextrakt).
Haferstroh- und Zinnkrautbäder sind beim chronischen Ekzem und bei der Neurodermitis sowie bei Frostbeulen angezeigt. Hier ist auch die Nachtkerze ein bewährtes Heilmittel.
Das Veilchen (Viola tricolor) gehört zu den Blutreinigungsmitteln (Antidyskratika), weiche sowohl innerlich als auch äußerlich Verwendung finden.  Es ist insbesondere bei nässenden Hauterkrankungen wie dem Säuglingsekzem angezeigt.           Rp.:Hb.Violea tri. 200.0; DS 2 Teel/Tasse als Aufguß; 
D.S.: mehrfach täglich auf den Hautausschlag einige Teel. morgens und abends,        (bei Säuglingen anstelle von Wasser bei der Nahrungszubereitung verwenden)
Walnußblätter werden ebenfalls beim chronisch nässenden den Ekzem, bei Lidrandentzündungen und Drüsenschwellungen empfohlen.  Die Wirkung ist jedoch geringer als beim Veilchen.

Schwefelbäder wurden schon von Dioskurides (um 100 n.Chr.) angewandt. Sie wirken durchblutungsfördernd, antiparasitär und keratolytisch auf die Haut (Schwefelreichtum des Stratum corneum der Epidermis).  Schwefelbadekuren sind bei Stoffwechselerkrankungen mit Juckreiz (schuppende Haut), Diabetes mellitus, Gicht, chronischem Ekzem, Psoriasis, Ulcus cruris, Prurigo, Neurodermitis und allergischen Hauterkrankungen neben anderen Erkrankungen, die ohne Juckreiz einhergehen, indiziert.  Schwefel wird etwa zehnmal stärker über die Haut resorbiert als Wasser
Radonbäder (z.B Bad Gastein)  wirken immunsuppressiv und sind bei Prurigo Ekzemen und Psoriasis im höheren Alter indiziert.
Heilerde-, Quark- und Lehmpackungensind bei nässen" Ekzemen initial indiziert.  Die Weiterbehandlung sollte mit Kleie- oder Molkebädern erfolgen.
Molke ist bei nässenden und trockenen Hauterkrankungen sowie zu kosmetischen Zwecken (Schönheitsbäder) angezeigt.

Die chronisch trockene Form des Ekzems verlangt die Behandlung mit Teer.  Nadelholzteer wirkt stärker (pix juniperi) als Buchen- oder Birkenholzteer.  Man beginnt mit 1/4-1/2% Zubereitung und steigert bis auf 20%.  Als Grundlagen sind Fette empfehlenswert.  Hierbei muß auch auf eine Allergie gegen die Grundlagen Rücksicht genommen werden. Behandlungen mit Teer sollten vom Facharzt oder in der Klinik durchgeführt werden.

Die Homöopathische Behandlung: Hauptmittel sind:Sulfur, Calcium carbonicum, Thuja, Silicea, Phosphorus, Acidum nitricum, Lycopodium, Natrium muriaticum, Arsenicum album.                                                             Psorinum D15-200: Umstimmungs- Mittel bei Juckreiz initial und als Zwischenmittel;         Arzneimittelbild: Jucken beim Zubettgehen, Schmutzige übelriechende Haut mit Schweißneigung, Hautausschläge mit Krusten, vorwiegend an Ohren, Gelenkbeugen, Kopfhaut; schlechter im Winter, Verlangen nach häufigem Waschen (Reste alter, nicht aufgearbeiteter Erkrankungen oder latente Allergien nach infektiösen Prozessen). 

Akupunktur (n. H Schmidt):  Die Haut gehört zum Lungenmeridian. Bewährte Punkte sind: Di11(Immunsystem des Darms), B13 (Zustimmungspunkt der Lunge), B40 (Meisterpunkt der Haut), Mi6, Mi10 (steigert Abwehr bei Juckreiz), Le13 (Immunpunkt der Milz)

Literatur: 1.Weiss, R. F. : Lehrbuch der Phytotherapie, 6. Auflage, Hippokrates Verlag, 1985. 2.Brauchle, A.: Das große Buch der Naturheilkunde, Prisma Verlag, 1977. 3.Vorländer, K. 0.: Immunologie-Grundlagen, Klinik, Praxis, G. Thieme Verlag, 2. Auflage, 1983. 4.Zimmermann, W.: Homöopathie der Hautkrankheiten, J. Sonntag Verlag, Regensburg, 1979. 5.Kneipp, S.: Meine Wasser-Kur.  Reprint Verlag Kölbl, 8022 Grünwald, 85.  Auflage, 1984. 6.Braun, Fatco; Piewig, Wolf.- Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag, 3. Auflage, 1984. 7.Ekzeme in der Praxis, Schering AG, Hygiene Verlag D. Kaufmann, D. Göschl, Wien - Mainz, 1974. 8.Zimmermann, W.: Mündliche Mitteilungen anläßlich der Vortragsveranstaltung am 4. 3. 1987 im Rahmen des Kongresses für Ganzheitsmedizin in Garmisch-Partenkirchen. 9.Brüggemann, W: Kneipp-Therapie, Springer Verlag, 1980. 10.May W.: Pruritus - äußerliche Behandlung inkl. Balneotherapie (Die Heilkunst 100 (1987)317-24) 11.Schmidt H.: Akupunkturtherapie Hippokrates Verlag Stuttgart 3. Auflage 1986

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