 |
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine angeborene Stoffwechsel- Störung, die zu jeder Zeit in Erscheinung treten kann. Sie ist etwa so häufig wie die Zuckerkrankheit. Ebenso wie bei dieser läßt sich eine Heilung im ursächlichen Sinne nicht erzielen. Vielmehr muß man versuchen, den Stoffwechsel- Störungen so zu begegnen, daß die durch sie entstehenden Fehlprodukte verschwinden, bzw. nicht mehr auftreten.
Da Stoffwechselvorgänge immer auch abhängig sind von der augenblicklichen nervlich- seelischen Verfassung des Einzelnen, ist es leicht verständlich, daß diese gesteigert werden, etwa durch Aufregung und Anspannung. Der Psoriatiker ist in dieser Hinsicht besonders empfindlich und reagiert oft mit Schüben, wenn er unter Stress steht oder einen Schock erlebt usw.
Allgemeine Behandlung: 1.Der Psoriasis Kranke muß Aufregungen und Spannungen meiden (z.B. nichts vor sich herschieben", Entscheidungen treffen, keine Überforderung). 2. Bei der Ernährung muß er darauf achten, daß Weine aller Art und alles, was davon abstammt (Weinbrand, Congak, Weinessig) die Psoriasis direkt provoziert. Dagegen kann er alle übrigen alkoholischen Getränke zu sich nehmen. Auch Haselnüsse, Walnüsse und Erdnüsse muß er meiden. Hier sind die im Nußfett gelösten Aromastoffe die Übeltäter. Produkte wie Erdnußöl und -butter und die Muskatnuss, die nur als Gewürz (u.a. in Würsten !) gebraucht wird muß ebenfalls strikt gemieden werden. Auch Senf, Pfeffer und Gewürznelken gehören hierzu. Hartkäse scheint zumindest zweifelhaft; man sollte ausprobieren, ob sich die Psoriasis nach dem Genuß von Hartkäse verschlechtert. 3.Wohlgemerkt: der Psoriatiker darf alles essen und trinken, was nicht Juckreiz macht. Es gilt die Regel: wenn es heute juckt, war gestern in der Ernährung irgend etwas falsch. Man muß also ein wenig Detektiv spielen, um herauszufinden, was man vertragen kann uns was nicht. 4.Dagegen ist es sehr hilfreich, Joghurt, saure Gurken, Sauerkraut und besonders Sauerkrautsaft zu sich zu nehmen. 5.Weiter sind Höhensonnen- Bäder im Winter (Lichtduschen) und ein Mittelmeeraufenthalt im Sommer gut. Das Nordmeer ist meist zu kühl. Man kann sich dort selten ausziehen und Ganzbäder in der Sonne nehmen (außer man hat Glück mit dem Wetter). 6. Schließlich soll man körperlich aktiv sein und öfter auch einmal ins Schwitzen kommen. Ein Duschbad anschließend ist aber wichtig. 7.Grundsätzlich aber muß der Psoriatiker alle extremen Maßnahmen meiden: also nichts zu viel, zu lang, zu intensiv. Man kann einen Schub provozieren.
Behandlung schulmedizinisch äußerlich: Entfernung der Schuppen durch Salizylsäue- und Harnstoffhaltige Salben und Bäder, Hautpflege mit Vitamin A,E, Panthenol ,Ringelblume, Mahonia aquifolia, topische Therapie mit Dithranol-, Teer-, Cortisonsalben und Vitamin D3, Lichttherapie (UVA 311nm) in Verbindung mit Solebädern, Behandlung innerlich: MTX, Cortison, Ciclosporin, Fumarsäure wird sowohl schulmedizinisch als auch naturheilkundlich eingesetzt: Wir sind überzeugt, daß bei der Psoriasis im Körper der Gehalt an Fumarsäure vermindert ist. Sie wird beim Gesunden in der Haut durch den Einfluß der natürlichen Bestrahlung (UV-Anteil) gebildet. Dies kann der Psoriatiker offenbar nicht so gut und benötigt daher mehr Bestrahlung. Daher geht die Schuppenflechte auch im Sommer meist zurück und kommt im Winter verstärkt wieder. Da weniger Fumarsäure zur Verfügung steht muß der Psoriatiker mit vermehrter Schuppung und mit Juckreiz reagieren. Auch hinsichtlich seiner Ernährung muß er lernen, die Nahrungsmittel zu meiden, für deren Verarbeitung im Körper vermehrt Fumarsäure benötigt wird.
Naturheilkundliche Behandlung: Behandlung des Juckreizes, Aktivierung der natürlichen Ausscheidung durch Schwitzen (Sauna, Wickel), Abatmen von Kohlensäure durch Bewegung, Entsäuerung, Anregung der Nierenfunktion, Trinkkur, Darmreinigung, Heilfasten, Vitaminsubstitution (Vitamin A,C,E), Nachtkerzenöl, Eigenblutherapie mit Homöopatika, Autogenes Trainig.
Literatur: Hellweg G.: Praxisinformationen; Tille G.:Psoriasis in der Naturheilpraxis; Gesundews Leben 6(1998)21-4; Zu Fumaderm: Dt. Ärzteblatt 11(1999) A721; 19.3.99
|