Wirkungen: unmittelbare Erwärmung: direktes Einfließen von Wärmeenergie aus einem Wärmeträger (z. B. Packung, Fango) oder als Strahlung (z. B. Infrarot). Mittelbare Erwärmung: Wärmebildung erfolgt erst nach Energieabsorption (z. B. Hochfrequenztherapie).
Wärmetransport: Konduktion (Wärmeleitung): Packung, Peloid-Bäder. Konvektion (Wärmeströmung): Wasserbad. Radiation (Wärmestrahlung): Infrarotbestrahlung.
Erwärmungsgrad, -geschwindigkeit: Wird bestimmt durch die Wärmekapaziät, die Wärmeleitzahl und die Temperaturdifferenz. Wärmekapazität: Maß für Wärmespeicherfähigkeit. Hoch bei Wasser und Peloiden, am höchsten bei Paraffin. Wärmeleitzahl: Maß für die Geschwindigkeit des Wärmeverlustes. Heißer Sand und Fango als anorganische Materialien geben Wärme rasch ab; Moor als organische Substanz dagegen langsam, am langsamsten Paraffin. Eine wichtige Rolle spielt auch der Wassergehalt der Wärmeträger.
Dauer der Wärmeanwendung: kurzeAnwendung: ReflektorischeWärmewirkungen. LängereAnwendung: Bewirkt einen direkten Temperatureinfluß.
Physiologische Wirkungen der Wärme: Arterielle Hyperämie, dadurch Stoffwechselsteigerung: Gesteigerteigerter Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, Antikörpern, gesteigerte Phagozytose, Abtransport von Metaboliten, Schmerzlinderung und Muskeldetonisierung durch länger andauernde Wärmewirkung. Verbesserte Dehnfähigkeit von bindegewebigen Strukturen, damit Zunahme der Mobilität. Viskositätsabnahme der Synovia. Förderung von Wachstum und Regeneration durch wiederholte Wärmeanwendung. Bei Ganzkörperanwendung Steigerung der Pulsfrequenz (Anstieg dei- Körpertemperatur um 1°C erhöht den Puls um 15 - 20 Schläge pro Minute). Konsensuelle Reaktion: Bei Erwärmung eines Armes erfolgt eine „Miterwärmung“ des anderen Armes infolge gesteigerter Hautdurchblutung. Gegensätzliche Wirkung in inneren Organen (Dastre- Morat- Regel) bei Erwärmung der Haut, es Kommt zum Abfall der Temperatur im segmental entsprechenden Organ. Ausnahmen stellen Herz, Nieren und Gehirn dar, diese Organe haben eine starrte Autoregulation.
Indikationen: Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane im chronischen Stadium: Arthrosen, Wirbelsäulen-Syndrome, Spondylitis ankylopoetica (Morbus Bechterew), muskuläre Verspannungen. Bei Arthritiden im chronischen Stadium oft angenehm. Im Anschluß an andere physikalische Maßnahmen (Massage, UWM etc.). Zur Entspannung und Sedierung bei psychosomatischen Erkrankungen, Nervosität. Unruhe- und Erregungszustände in der Psychiatrie. Abwehrschwäche, insbesondere bei chronischen Atemwegsinfektionen (eine vermehrte Tätigkeit der Zilien des Atemwegsepithels bei warmem Fußbad ist nachgewiesen!). Beginnende virale Infekte (Überwärmungsbad), unspezifische „Abhärtung“ besser durch Kaltreize (z. B. bei der Sauna). Versuchsweise Anwendung (unter strenger ärztlicher Überwachung) von Überwärmung in der Onkologie.
Kontraindikationen: Akute Schübe von Arthritis, rheumatoider Arthritis, aktivierte Arthrose, Arthritis urica. Varikosis, Lymphabflußstörungen, arterielle Durchblutungsstörungen Grad III und IV nach Fontaine. Herz-Kreislaufinsuffizienz, Respiratorische Insuffizienz. Hochfieberhafte Infekte und konsumierende Erkrankungen sind relative Kontraindikationen.
Wärmetherapeutische Verfahren
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