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Grundsätzlich drei Tücher: lnnentuch grobes Leinen (2-4fach) naß, Zwischentuch Nessel (2fach) trocken, Außentuch Flanell oder Wolle (2fach). Das Zwischentuch ist am breitesten, es überragt Innen- und Außentuch. Maße des gefalteten Innentuches:
a) Halswickel (Hw) 8 x 60 cm b) Brustwickel (Bw) 30 x 150 cm c) Lendenwickel (Lw) 40 x 150 cm d) Wadenwickel (Ww) 40 x 60 cm e) Herzkompresse (Hzkpr) 20 x 30 cm f) Leibauflage (Lbaf) 30 x 30 cm
Vor Anlegen des Wickels klären, ob Wärmeentzug oder Wärmezufuhr erforderlich ist. Im Zweifel entscheidet die Verträglichkeit. Wickel, der nicht angenehm empfunden wird, muß abgenommen werden.
Wärme entziehende Wickel: Das in kaltes Wasser eingetauchte Leintuch wird nur leicht ausgewrungen und angelegt. Der Wickel wird, sobald er gut durchwärmt ist (20 - 45 Minuten), gewechselt. Wirkung:Beseitigt am Anwendungsort Kreislaufstauungen, Entzündung rückbildend, Gift ableitend, Fieber senkend bei akuten Entzündungen und Fieber.
Wärme erzeugende Wickel: Der Wärme erzeugende Wickel wird erst 1/2 Stunden nach dem Schweißausbruch abgenommen (kann auch über Nacht liegen bleiben). Bei älteren Prozessen, Entzündungen, Katharrhen, zur Durchblutungsförderung Durchwärmung der erkrankten Region. Wirkung:Wärme erzeugende Wickel dienen zur Ableitung des Blutes.
Der Ganzwickel leitet das Blut aus dem Körperinneren auf die Haut; Fuß-, Waden- und Unterwickel leiten das Blut von oben nach unten. Bei Hals- und Brustwickel wird das Blut in die erkrankte Region geleitet. Das gleiche geschieht bei heißen Kompressen und Packungen.
Durchführung: Zwei große Wolldecken auf das Bett legen, darüber ein großes Flanell oder Frotteetuch (Handtuch), ein Leintuch in der Größe des zu wickelnden Körperteils. Der Körperteil, der gewickelt werden soll, wird mit dem Leintuch, welches in kaltes Wasser eingetaucht wurde, Falten frei umwickelt (für Wärmeentzug wenig auswringen, für Wärmeerzeugung gut auswringen). Darüber kommt das Frottee oder Handtuch (oben und unten überstehend!). Darüber ebenfalls überstehend 1-2 Wolldecken straff ziehen und fixieren. Der Patient muß nach einigen Minuten warm werden - sonst Wärmflaschen an Beine und Leib. Ein Wickel, der nicht angenehm empfunden wird, muß wieder abgenommen werden.
Halswickel Wärme entziehend (handbreit 2 x um den Hals): Bei drohenden akuten Entzündungen im Hals-, Nasen-, Rachen- und Mundhöhle: Schnupfen, Angina, Heiserkeit. Vor dem Warmwerden wiederholen (ggf. mit Zitrone, Lehm, Quark)! Halswickel Wärme erzeugend:Bei fortgeschrittenen Prozessen, z.B. eitriger Mandelentzündung, alten Infekten im Nasen- Rachenraum (ggf. mit Kartoffeln, Leinsamen).
Wadenwickel Wärme entziehend (vom Knöchel bis zur Kniekehle): Bei fieberhaften Prozessen. mehrfach wiederholen (ggf. mit Essig)!
Brustwickel Wärme erzeugend: Bei Bronchitis und beginnender Lungenentzündung, Husten (ggf. mit Salz). Fördert die Durchblutung des Brustraumes, wirkt Schleimlösend und Husten dämpfend. 1-2 Stunden liegen lassen.
Lendenwickel Wärme erzeugend (vom Rippenbogen bis Mitte Oberschenkel): Bei allen fieberhaften Prozessen, Verdauungsstörungen, vegetativer Dystonie, Schlaflosigkeit. Zieht Wärme vom Brust- und Kopfbereich ab, fördert die Durchblutung des Bauchraumes (Leber, Darm!), fördert die Atmung. Abends anlegen, nachts liegenlassen (ggf. mit Kamille, Schafgarbe)!
Ganzwickel(GW) - (von der Achselhöhle bis zu den Füßen): Anwendungsbereich wie beim Lendenwickel, zusätzlich bei Stoffwechselstörungen, Fettsucht, Gicht, Zuckerkrankheit.
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